Flugblatt zur Klimastreik Demo am 24.04.2026
Erneuerbare Energien verteidigen, das ist die Forderung zehntausender Menschen am Wochenende um den 18.4.26 und am 24.4.26 auch in Darmstadt.
Der Gesetzentwurf von BM Katharina Reiche wird den Zuwachs von Windenergie und Photovoltaik stark bremsen und kleine und große Investoren verunsichern. Ebenso wichtig, wie die Pläne von K. Reiche und der Gasindustrie zu Fall zu bringen, ist es, den Blick auf den weltweiten Primärenergieverbrauch und den damit verbundenen weltweiten CO2 -Ausstoß zu werfen.

https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/militaerglobale-
aufruestung-klimakrise-menschenrechtsverletzungen
Die Klimakrise zwingt immer mehr Menschen zur Flucht, bedroht die Stabilität von Gesellschaften und schürt bewaffnete Konflikte. Zugleich rüsten viele Staaten gegenwärtig stark auf – und befeuern so die Erderwärmung weiter. Ein Teufelskreis. Wäre das Militär ein Staat, wäre es der viertgrößte Emittent klimaschädlicher Gase hinter den USA, China und Indien, hat die Organisation Conflict and Environment Observatory im Auftrag der UNO errechnet.
Es gibt zahlreiche Studien zu dem Thema, doch anders als in den Bereichen Energiewirtschaft oder Verkehr ist die Datenlage zu Rüstung und Militär schwierig. Zwar legte das Kyoto-Protokoll 1997 verbindliche Zielwerte zur Reduktion von Treibhausgasen für die Industrieländer fest. Doch bereits in der Regierungszeit von Bill Clinton betrieb das Pentagon -äußerst erfolgreich Lobbyarbeit und -erreichte so, dass militärisch bedingte Treibhausgasemissionen bis heute nicht erfasst werden müssen. Zur Begründung wurde auf die nationale Sicherheit verwiesen, die die Geheimhaltung entsprechender Informationen erfordere.
Deshalb muss die Wissenschaft die Zahlen mühsam recherchieren. Es geht sowohl um Emissionen, die bei der Produktion von Waffen anfallen, als auch um den Treibstoff für die Flugzeuge, Kriegsschiffe und Panzer. Die Politikwissenschaftlerin Neta Crawford beschäftigt sich seit Langem mit dem Thema
und geht davon aus, dass allein das US-Militär zwischen 1979 und 2023 die Atmosphäre mit fast vier Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten zusätzlich belastet hat.
„Die Emissionen steigen parallel zu den Militärausgaben, und gegenwärtig ist eine
besonders kritische Zeit“, sagte sie der Zeitung The Guardian und beschrieb die aktuelle Entwicklung als eine sich immer schneller drehende Abwärtsspirale.
Deshalb fordern wir:

Von 2021 bis 2024 sind die Verteidigungsausgaben der EU-Mitglieder bereits um mehr als 30 Prozent gestiegen. Im Juni 2025 sagten sämtliche NATO-Staaten außer Island zu, ihre Militärausgaben auf mindestens zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung zu erhöhen; im Jahr 2035 sollen es dann 3,5 Prozent sein.
Die Bundesregierung will das Ziel sogar bereits in vier Jahren erreichen. Insgesamt sind schon heute die Ausgaben für Waffen und Armeen so hoch wie nie zuvor, bilanziert das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI in seinem aktuellen Bericht: Mehr als 2,3 Billionen Euro hat die Welt 2024 für das Militär ausgegeben.
Die Organisation Scientists for Global Responsibility schätzt, dass die Armeen der Welt bereits heute für 5,5 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich sind – das ist etwa so viel, wie die zivilen Flugzeuge und Schiffe zusammen ausstoßen. Der Einsatz der Waffen in den aktuellen Kriegen und Konflikten vervielfacht das Problem, wie unter anderem eine Studie der Initiative zur Treibhausgasbilanzierung von Kriegen (IGGAW) zum Krieg in der Ukraine zeigt.
Aus Menschenrechtsperspektive ist all das fatal. Humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte werden in allen bewaffneten Konflikten massiv verletzt. Zugleich sorgt die zunehmende Klimaerwärmung für weitere Wasser- und Landkonflikte und untergräbt damit sowohl das friedliche Zusammenleben als auch die Lebensgrundlagen von Menschen.
Das Darmstädter Friedenbündnis fordert, dass die CO2 – Emission durch Rüstung und Krieg mit allen Folgen einbezogen werden müssen, wenn in Deutschland diskutiert wird, wie Klimaziele erreicht werden können!
Wir brauchen einen Klimaschutz, der bei denen ansetzt, die für die Klimakatastrophe
tatsächlich verantwortlich sind.
Klimaschutz heißt auch Kriegs- und Militärabbau!
Wir sind die 99%, zusammen können wir ein anderes System schaffen.
System Change, not Climate Change!
